Die Woche an den Märkten: Chinas Dauerdeflation verhindert grö-ßere Marktbreite
Im Überblick
Entkopplung
Auf der jüngsten Central Economic Work Conference bestätigten führende Kader, dass die „Neijuan“-Kampagne weitergehen solle. Man will also auch künftig ruinöse Preiskämpfe verhindern, die den Gewinnmargen vieler Sektoren stark geschadet haben – von Elektroautoherstellern bis zu Essenslieferdiensten. Aber die Erfolge halten sich in Grenzen. Weil man Arbeitsplatzverluste und weniger Wachstum fürchtete, war man wenig entschlossen.
Trotz der schwierigen Wirtschaftslage sind Chinas Aktienmärkte 2025 zweistellig gestiegen. Ihre Entkopplung von der Konjunktur hat vor allem mit der guten Performance von Sektoren wie Informationstechnologie (die von Durchbrüchen bei KI profitiert) und Biotechnologie zu tun. Aktien aus Branchen, die von der Kampagne profitieren, legten ebenfalls kräftig zu.
Ausserdem ist der Markt wieder liquider geworden. Immer mehr Ersparnisse wurden in Aktien angelegt, weil die Dividendenrenditen höher sind als die Sparzinsen. Die Anleihenerträge fallen hingegen. Ihre Volatilität nahm zu, und da die Immobilienmärkte noch immer schwach sind, suchen Anleger nach Alternativen.
Zu Jahresbeginn machen das schlechte Geschäfts- und Konsumklima sowie das Missverhältnis von Angebot und Nachfrage eine Reflation immer schwieriger, was auch an den Unternehmensgewinnen nicht spurlos vorübergeht. Damit Chinas Wirtschaft weiter langfristig wächst, muss sich die Binnenkonjunktur beleben. Aber der Konsum lässt sich so schnell nicht ankurbeln. Einstweilen will die Politik das Wachstum durch Investitionen und Aussenhandel stärken. Sie will die Industrie modernisieren, neue Technologien fördern und das Land letztlich autark machen. Anleger sollten daher auf Branchen setzen, die von Politik und technischem Fortschritt profitieren.
* Der BIP-Deflator ist eine Kennzahl für die allgemeine Preisniveauveränderung (Inflation oder Deflation) aller im Inland produzierten Endprodukte und Dienstleistungen einer Volkswirtschaft. Berechnet wird er als Quotient aus dem nominalen BIP (zu laufenden Preisen) und dem realen BIP (also dem inflationsbereinigten BIP zu konstanten Preisen), multipliziert mit 100.
KI-Infrastruktur ist alles – noch
Internationale Aktien hatten einen guten Jahresbeginn. Die Kursgewinne aus dem alten Jahr hielten an, vor allem wegen der dynamischen Entwicklung Künstlicher Intelligenz. Anleger erwarten, dass die Ausgaben dafür dieses Jahr noch höher sein werden als 2025, weil immer mehr Unternehmen KI nutzen. Manche rechnen damit, dass die Hyperscaler, die grossen Cloud- und Datencenteranbieter, nach etwa 470 Milliarden US-Dollar im alten Jahr 2026 etwa 600 Milliarden US-Dollar investieren.
Zuletzt verzeichneten aber weniger die Entwickler wichtiger KI-Technologien Kursgewinne, sondern Firmen, die die Basis dafür schaffen – von der Infrastruktur bis zu anderen Hilfsmitteln, ohne die Künstliche Intelligenz nicht weiter wachsen kann. Dazu zählen Halbleiterhersteller, Hardwareanbieter und Cloud-Plattformen. Sie alle dürften von den höheren KI-Investitionen profitieren.
Anleger interessieren sich zurzeit vor allem für Firmen, die die erforderliche Computertechnik liefern, während die Kursgewinne der Hersteller von Software und KI-Beschleunigern dahinter zurückbleiben. Ihre Anwendungen sind oft noch längst nicht marktfähig, was ihr Potenzial weniger berechenbar macht.
Der Ausbau der komplexen KI-Infrastruktur dürfte noch viele Hürden zu überwinden haben, von knapper Rechenleistung über fehlende Datenzentren bis zum Mangel an kostengünstiger und verlässlicher Energie.
Zurzeit fehlt es vor allem an Rechenleistung, sodass die Preise steigen. So schätzt das Analysehaus TrendForce, dass der Durchschnittspreis für DRAM-Chips (Dynamic Random Access Memory Chips) im 4. Quartal 2025 um 50% bis 55% gestiegen ist und die Bestellungen für 2026 schon jetzt die Produktionskapazitäten überschreiten. DRAMs sind für KI besonders wichtig; sie sind das Arbeitsgedächtnis eines Computers. Wegen ihrer sehr schnellen Zugriffszeiten machen sie die Datenverarbeitung erst möglich.
Hinzu kommt der enorme Strombedarf von KI-Datenzentren. Die neuen DRAMs, die gerade entwickelt werden, kommen mit 40% bis 70% weniger Energie aus. Das ist extrem wichtig, damit die derzeitigen Stromnetze für die neuen KI-Superzentren ausreichen.
Nach manchen Schätzungen wird der Hardwaremangel noch bis mindestens 2027 anhalten. Schliesslich braucht es zwei bis drei Jahre, um eine Computerfabrik zu bauen. Die Angebotsengpässe dürften Halbleiterherstellern mehr als allen anderen Technologieunternehmen nützen – nicht nur in den USA, sondern weltweit. Viele wichtige Hersteller haben nämlich ihren Sitz nach wie vor in Asien.
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