Take Two: OECD senkt globale Wachstumsprognose, Euro-Inflation steigt
Alles Wichtige auf einen Blick
Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hat ihre Prognose für das Wachstum der Weltwirtschaft im Jahr 2026 auf 2,8% abwärts revidiert, nachdem sie im März noch von 2,9% ausgegangen war. Gegenüber den 2025 verzeichneten 3,4% würde dies eine deutliche Abkühlung bedeuten. Der Konflikt in Nahost sei „zum ausschlaggebenden Faktor für die weltweiten Wirtschaftsaussichten“ geworden und dürfte das Wachstum belasten. Für 2027 hat die OECD ihren Ausblick von 3,0% auf 3,1% angehoben. Allerdings drohten in einem „Szenario langanhaltender Störungen“ für 2026 und 2027 Wachstumsrückgänge auf 2,1% und 1,8%, was einige Länder in die Rezession oder an deren Rand treiben könne. Unterdessen ist die Euroraumwirtschaft nach der endgültigen Schätzung im 1. Quartal um 0,2% geschrumpft, nachdem sie im 4. Quartal um 0,2% zugelegt hatte.
Nachrichten aus aller Welt
Einem aktuellen Bericht der Europäischen Zentralbank zufolge haben geopolitische Spannungen zu einer Umstrukturierung der weltweiten Zentralbankreserven geführt. Gold hat US-Staatsanleihen als führende Reservewährung abgelöst. Ende 2025 hatte demnach das Edelmetall 27% Anteil an allen offiziell gemeldeten Zentralbankreserven (gegenüber 20% im Jahr davor). Der Anteil von US-Staatsanleihen verringerte sich von 25% auf 22%, wobei diese Verschiebung im Wesentlichen auf Bewertungseffekte zurückzuführen sei. Demgegenüber blieb der Anteil der auf Euro lautenden Währungsreserven mit 15% unverändert. Die höhere Nachfrage nach Gold könne auch die Bemühungen mancher Zentralbanken widerspiegeln, ihre „Bilanz vor dem Hintergrund steigender geopolitischer Risiken robuster zu gestalten“, so die EZB.
Zahl im Fokus: 40,9 Milliarden Dollar
Die am Donnerstag beginnende Weltmeisterschaft 2026 könnte Berichten zufolge das weltweite BIP um bis zu 40,9 Milliarden US-Dollar steigen lassen. Zudem gehe der Weltfussballverband FIFA von einem wirtschaftlichen Gesamteffekt in Höhe von 30,5 Milliarden Dollar für die drei Gastgeberländer USA, Kanada und Mexiko sowie von der Schaffung von rund 824.000 Arbeitsplätzen im Zusammenhang mit dem Turnier aus. Analysten geben indes zu bedenken, dass die tatsächlichen Zahlen bescheidener ausfallen könnten. Berechnungen des Weltwirtschaftsforums zufolge könnte die Sportwirtschaft im weiteren Sinne bis 2050 auf ein Volumen von 8,8 Billionen US-Dollar wachsen.
Grafik der Woche
Die Jahresinflation des Euroraums ist nach einer April-Rate von 3,0% im Mai auf 3,2% gestiegen, was dafür spricht, dass die EZB ihren Leitzinssatz auf ihrer nächsten Sitzung am 10. und 11. Juni um 25 Basispunkte auf 2,25% anheben wird. Dies wäre die erste Erhöhung seit fast drei Jahren. Im Mai hatte die Teuerung das dritte Mal in Folge über dem EZB-Ziel von 2% gelegen. Die unter Ausklammerung von Energie, Lebensmitteln, Alkohol und Tabak erhobene Kerninflationsrate legte von 2,2% auf 2,5% zu. In den letzten Wochen hatten die Euro-Notenbanker die Märkte bereits mit dem Verweis auf eine beschleunigte Inflation aufgrund gestiegener Ölpreise auf eine Zinserhöhung eingestimmt.
Wissenswert
Wandelanleihen: Wandelanleihen sind hybride Wertpapiere, die Merkmale von Anleihen und Aktien miteinander kombinieren. Sie räumen Anlegern die Option ein, ihre Anleihen zu einem festgelegten Preis in Aktien des emittierenden Unternehmens einzutauschen. Für das Emissionsvolumen von Wandelanleihen in den USA zeichnet sich ein Rekordjahr ab, wie die Financial Times mit Verweis auf Barclays Research berichtet. Seit Jahresbeginn 2026 haben Unternehmen für 57 Milliarden US-Dollar Wandelanleihen begeben. Insgesamt könnte das Volumen im laufenden Jahr den 2025 erreichten Rekordwert von 120 Milliarden Dollar übersteigen. Verstärkt wird die Nachfrage von den rasant steigenden Kursen von Aktien mit KI-Bezug, da Anleger die niedrigeren Coupons von Wandelanleihen in Kauf nehmen, um am potenziellen Wachstum des KI-Sektors partizipieren zu können.
Das bringt die Woche
Am Montag legt Japan die endgültige Schätzung seines BIP-Wachstums im 1. Quartal vor. Die USA und China veröffentlichen am Mittwoch aktuelle Inflationsdaten, und die kanadische Notenbank tagt zum Zinsentscheid. Am Donnerstag hält die EZB ihre Zinssitzung ab; im April hatte sie ihren Leitzins unverändert bei 2,0% belassen. Am Freitag schliesslich kommen Zahlen zum britischen BIP-Wachstum im April heraus. .
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