Take Two: Aufwärtskorrektur des US-BIP, Japan plant Investitionspaket in Rekordhöhe
Alles Wichtige auf einen Blick
Im 1. Quartal 2026 ist die US-Wirtschaftsleistung überraschend stark gestiegen, weil die Importe in das Land niedriger ausgefallen sind, als zuvor veranschlagt. Das BIP-Wachstum wurde von der letzten Schätzung von 1,6% p.a. auf 2,1% p.a. aufwärts revidiert und liegt damit deutlich über den im 4. Quartal erreichten 0,5%. Wie aus der Schnellschätzung des Einkaufsmanagerindex hervorgeht, hat die US-Konjunktur auch im Juni zugelegt. Der Gesamtindex, der sowohl das verarbeitende Gewerbe als auch Dienstleistungen enthält, stieg von 51,5 Zählern im Mai auf 52,2, wobei Werte über 50 auf Wachstum hindeuten. Auch der Euroraum-PMI legte gemäss der Schnellschätzung zu, allerdings lediglich von 48,5 auf 49,5 Zähler, was auf die anhaltenden weltpolitischen Spannungen zurückzuführen war.
Nachrichten aus aller Welt
Japan hat eine auf 14 Jahre angelegte Investitionsinitiative im Umfang von 370 Billionen Yen (rund 2 Billionen Euro) vorgestellt. Das Paket ist in seinem Volumen und seiner Dauer für das Land beispiellos. Zahlreiche Sektoren sollen gefördert werden. Rund 525 Milliarden Euro sollen in künstliche Intelligenz und die Halbleiterbranche sowie in weitere Bereiche wie Rüstung, Schiffbau und Energie fliessen. Die japanische Premierministerin Sanae Takaichi erklärte, einen „starken und finanziell robusten Investitionsrahmen“ für ihr Land schaffen zu wollen.
Zahl im Fokus: 618
Gemessen am Umsatzwachstum während des jährlichen Shopping-Festivals „618“ bleiben die Konsumausgaben in China verhalten. Wie unter Verweis auf den Einzelhandelsdatenanbieter Syntun berichtet wurde, stieg der Online-Gesamtumsatz beim diesjährigen Event – das als eintägige Verkaufsaktion am 18. Juni begann und sich mittlerweile über mehrere Wochen erstreckt – gegenüber dem Vorjahr um 4%. Dies ist erheblich weniger als die 15,2% Wachstum im letzten Jahr. Den Daten zufolge belief sich das Bruttohandelsvolumen, also der Gesamtwert der verkauften Waren und Dienstleistungen, auf 934 Milliarden Yuan (rund 120 Milliarden Euro), wobei künstliche Intelligenz eine treibende Kraft auf Online-Handelsplattformen und bei den Verbraucherentscheidungen war.
Grafik der Woche
Seit der Einigung zwischen den USA und dem Iran auf ein Friedensabkommen haben die Ölpreise deutlich auf 70 bis 75 US-Dollar pro Barrel nachgegeben, von einem Höchststand von 114 US-Dollar Anfang Mai. Damit notiert Öl jedoch weiter über dem vor Kriegsausbruch verzeichneten Tiefstand von 60 US-Dollar. Analysten gehen angesichts der vielen Frachter, die sich noch immer im Golf stauen, und der Schäden an der Energieinfrastruktur nicht davon aus, dass die Preise bald wieder auf die niedrigen Niveaus des Jahresbeginns sinken werden. Einen etwas höheren Preis kann die Weltwirtschaft jedoch vermutlich verkraften. Schliesslich lag der Ölpreis in den die letzten fünf Jahren im Schnitt bei rund 80 US-Dollar je Barrel.
Wissenswert:
Blaue Banane: Ein bananenförmiger Korridor industrieller und urbaner Verdichtung, der sich von England über Teile Europas bis nach Norditalien erstreckt. Geprägt wurde der Name Ende der 1980er Jahre vom französischen Geografen Roger Brunet. Wie das Datenportal Visual Capitalist anhand von Daten der Europäischen Union und des britischen Statistikamts ONS aufzeigt, liegen über die Hälfte der zwanzig wirtschaftlich stärksten Regionen Europas in der Blauen Banane. Der wirtschaftlich bedeutendste Hub Europas ist demnach der Raum Île-de-France rund um Paris mit einer Wirtschaftsleistung von 866 Milliarden Euro, gefolgt von Greater London mit 713 Milliarden Euro.
Das bringt die Woche
Am Dienstag meldet Japan seine jüngsten Arbeitslosenzahlen, und die Reserve Bank of Australia veröffentlicht das Protokoll ihrer letzten Sitzung, auf der die Währungshüter den Leitzins bei 4,35% belassen hatten. Ausserdem erscheint die endgültige Schätzung des britischen BIP-Wachstums im 1. Quartal. Am Mittwoch stellt der Euroraum die vorläufige Schätzung seiner Juni-Inflationsrate vor. Aktuelle Arbeitslosendaten für die Währungsgemeinschaft folgen am Donnerstag. Ebenfalls am Donnerstag veröffentlichen die USA Beschäftigungsdaten. Für Freitag werden endgültige PMI-Daten für Juni erwartet, unter anderem für den Euroraum, Grossbritannien, China, Japan und Indien.
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