Take Two: Feuerpause in Nahost lässt Aktienmärkte aufatmen, US-BIP-Wachstum abwärts korrigiert
Alles Wichtige auf einen Blick
Die Ankündigung einer zweiwöchigen Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran hat letzte Woche weltweit für einen Börsenaufschwung gesorgt. In Reaktion auf diese Nachricht gaben die Ölpreise nach, während es an den Aktien- und Anleihemärkten zu einer Rallye kam. Allerdings blieb die Stimmung an den Märkten fragil, zumal Israel im weiteren Wochenverlauf seine Militärschläge gegen den Libanon fortsetzte. In der Woche bis zum Börsenschluss am Donnerstag legten der MSCI World NR, der S&P 500 und der MSCI Europe jeweils um 4% zu, während der japanische Nikkei und der britische FTSE All Share 7% und 3% an Wert gewannen.*
*In US-Dollar gerechnet. Quelle: FactSet, Daten per 9. April 2026.
Nachrichten aus aller Welt
Im Protokoll zur jüngsten Sitzung der US-Notenbank wird auf die Möglichkeit hingewiesen, dass die US-Zinsen steigen könnten, wenn die Inflation aufgrund des Nahostkonflikts längere Zeit hoch bleibt. Zugleich bestehe jedoch die Gefahr, dass ein Fortdauern des Kriegs den Arbeitsmarkt bremsen und damit Zinssenkungen erforderlich machen könnte. Insgesamt befanden die Währungshüter, dass es „für eine Beurteilung der Auswirkungen noch zu früh“ sei, und stimmten auf ihrem Treffen im März dafür, den Leitzinssatz in einer Spanne von 3,5% bis 3,75% zu lassen. Unabhängig davon wurde eine Abwärtsrevision des US-Wachstums im 4. Quartal 2025 auf 0,5% p.a. gemeldet. Die vorherige Schätzung hatte auf 0,7% gelautet. Im 3. Quartal war die US-Wirtschaft noch um 4,4 % gewachsen. Der Einbruch der Konjunktur im 4. Quartal war in erster Linie der Haushaltssperre geschuldet.
Zahl im Fokus: 50,7
Das Euroraum-Wachstum hat sich im März aufgrund eines erhöhten Kostendrucks auf ein Neun-Monats-Tief abgekühlt. In der Gesamtmessung sank der Einkaufsmanagerindex (PMI) von 51,9 Zählern im Februar auf 50,7, blieb damit jedoch oberhalb der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Zudem war der Index etwas höher als in der Vorabschätzung mit 50,5 veranschlagt. Ausschlaggebend war eine schwächere Nachfrage, die einen Rückgang der Auftragseingänge im Dienstleistungssektor widerspiegelte. Nach Angaben des Datenanbieters S&P setzte die Industrieproduktion dagegen ihre solide Dynamik fort. Unterdessen war die Wirtschaftstätigkeit in Grossbritannien im März so schwach wie zuletzt vor sechs Monaten. Der Gesamt-PMI sank von 53,7 Punkten im Vormonat auf 50,3 Zähler.
Grafik der Woche
Ein entscheidender Faktor für die Performance von Technologieaktien sind natürlich die Unternehmensgewinne, aber die Bewertungen fallen ebenfalls ins Gewicht, weshalb auch die Zinsen eine wichtige Rolle spielen. Besonders deutlich zeigte sich dies 2022, als die Zinsen aufgrund der Inflation nach der Corona-Pandemie stiegen und der NASDAQ 100 plötzlich einbrach. Noch bis vor kurzem wurde dieser technologielastige Aktienindex hauptsächlich von erhofften Erträgen aufgrund der KI-Entwicklungen beflügelt. Zuletzt haben jedoch die steigenden Zinsen sowie die Inflationssorgen den NADAQ ins Taumeln gebracht. Sollte sich die Situation im Nahen Osten weiter entspannen, könnten die Zinsen wieder sinken, was dem Index Auftrieb geben dürfte.
Wissenswert: Smile
China und Europa haben ein gemeinsames Weltraumprojekt angestossen, das darauf abzielt, die Bewegungen des Sonnenwinds besser zu verstehen und geomagnetische Stürme vorauszuberechnen, die Kommunikationssysteme stören und elektronische Anlagen beschädigen können. Der Satellit – mit der Bezeichnung Solar wind Magnetosphere lonosphere Link Explorer, kurz „Smile“ – wird auf Bildern und Videos festhalten, was passiert, wenn Sonnenwinde auf das Magnetfeld der Erde treffen, und Forschenden erstmals Gelegenheit geben, die vollständigen Wechselwirkungen zwischen Sonne und Erde zu beobachten. Diese Daten dürften sie in die Lage versetzen, genauere Prognosen zu Wetterereignissen im Weltraum aufzustellen und Stürme mit Auswirkungen auf unseren Planeten vorherzusagen. Dies soll zum Schutz vor Stromausfällen beitragen und deren Auswirkungen auf Infrastrukturen und Gemeinschaften begrenzen.
Das bringt die Woche
Von Montag bis Samstag findet die Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank statt. Ab Dienstag sind Konjunkturdaten zu erwarten: chinesische Import- und Exportzahlen für März sowie der als Inflationsmass verwendete US-Erzeugerpreisindex. Am Mittwoch stellt der Euroraum Daten zu seiner Industrieproduktion vor. Am Donnerstag veröffentlicht China sein BIP-Wachstum im 1. Quartal. Am selben Tag gibt der Euroraum die endgültige Schätzung seiner Inflationsrate im März bekannt.
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