Investment Institute
Wöchentlicher Marktkommentar (Take 2)

Bankenstress erschwert künftigen Fed-Entscheid, EZB hebt Zinsen weiter an

  • 20 März 2023 (3 Minuten Lesezeit)

Alles Wichtige auf einen Blick

Die Bestätigung, dass die US-Inflation weiter in hohem Tempo steigt, stellt die Märkte bei der Antizipation des weiteren Kurses der US-Notenbank Fed vor ein Dilemma. Im Februar stieg der US-Verbraucherpreisindex im Jahresvergleich um 6%. Damit war er schwächer als im Januar (6,4%), lag jedoch deutlich über der Fed-Zielrate von 2%. Unübersichtlicher wird die Lage aufgrund von beunruhigenden Entwicklungen im Bankensektor, die teils auf die rigorose Straffung der Geldpolitik im letzten Jahr zurückzuführen sind und die Fed Beobachtern zufolge milder agieren lassen dürfte. Nachdem zunächst mit einer Erhöhung um 50 Basispunkte auf der Sitzung an diesem Mittwoch gerechnet wurde, kristallisierte sich am Markt Ende letzter Woche die Erwartung eines moderateren Schritts um lediglich 25 Basispunkte heraus.

Nachrichten aus aller Welt

Die Europäische Zentralbank (EZB) blieb mit einem weiteren Aufwärtsschritt um 50 Basispunkte, durch den der massgebliche Einlagenzinssatz jetzt 3% beträgt, auf Kurs, obgleich die Marktbedingungen einige Ratsmitglieder für einen Aufschub plädieren liessen. Die europäischen Währungshüter gaben keinerlei Hinweise zu weiteren Schritten. Stattdessen betonten sie, wie wichtig angesichts der gestiegenen Unsicherheit ein „datenabhängigen“ Ansatz bei Zinsentscheidungen sei. Für die Februar-Inflation im Euroraum wurde eine Jahresrate von 8,5% bestätigt. Aus dem Protokoll der letzten Zinssitzung der Bank of Japan geht hervor, dass die Geldpolitiker eine weitere Justierung ihrer Zinskurvensteuerung erörterten, bevor im kommenden Monat Kazuo Ueda an die Spitze der Institution wechselt.

Zahl im Fokus: 102,5%

Erstmals seit 1991 lag die argentinische Jahresinflationsrate im Februar über 100%. Der Preisanstieg um 102,5% dürfte zum Teil durch einen monatlichen Aufwärtsschub bei Fleischpreisen bedingt sein, die aufgrund der heftigsten Dürre des Landes seit Jahrzehnten um nahezu 20% emporschossen. Auch bei Nahrungsmitteln und Getränken insgesamt wurde seit Januar ein Preisauftrieb um fast 10% festgestellt. Rasant steigende Lebenshaltungskosten haben Proteste im Land ausgelöst, sodass die Regierung bereits erwog, die Folgen mit einer Preisdeckelung bei zentralen Gütern einschliesslich Lebensmitteln abzufedern. Im Oktober wählt Argentinien einen neuen Präsidenten.

Wissenswert:

Hochrangiges Treffen der KPCh im Dialog mit den politischen Parteien der Welt: Diesen sperrigen Namen trägt eine Versammlung aus politischen Gruppen aus über 150 Ländern, die letzte Woche von der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) ausgerichtet wurde. In seiner Hauptansprache schlug Präsident Xi Jinping eine Globale Zivilisationsinitiative vor, wobei er sich für die „Achtung der Vielfalt der Zivilisationen“ aussprach, was als weiteres Plädoyer für das chinesische Modernisierungsmodell gewertet wurde. Daten für die ersten beiden Monate des Jahres zeigten unterdessen für die chinesische Industrieproduktion im Januar und Februar ein Plus um 2,4%, das die Erwartungen leicht verfehlte. Die Einzelhandelsumsätze hingegen legten wie prognostiziert gegenüber dem Vorjahr um 3,5% zu.

Das bringt die Woche

Am Montag werden Januardaten zur Handelsbilanz des Euroraums bekanntgegeben. Kanadische Inflationszahlen wie auch der deutsche ZEW-Index der Konjunkturerwartungen für März werden am Dienstag publik. Britische Inflationsdaten folgen am Mittwoch, an dem sich überdies die Fed zum Zinsentscheid trifft und einen aktualisierten Konjunkturausblick vorlegt. Am Donnerstag entscheidet die Bank of England über ihr künftiges Zinsniveau. Am Freitag schliesslich wird eine ganze Serie aus Vorabschätzungen der März-Einkaufsmanagerindizes etwa für die USA, den Euroraum, Grossbritannien und Japan veröffentlicht.

Ähnliche Artikel

Wöchentlicher Marktkommentar (Take 2)

US-Inflation steigt unerwartet stark, EZB signalisiert baldige Zinswende

  • von AXA Investment Managers
  • 15 April 2024 (3 Minuten Lesezeit)
Wöchentlicher Marktkommentar (Take 2)

Euroraum-Inflation sinkt, Fed wartet vor Zinsentscheid weitere Daten ab

  • von AXA Investment Managers
  • 08 April 2024 (3 Minuten Lesezeit)
Wöchentlicher Marktkommentar (Take 2)

Schwieriges Umfeld könnte Euroraum-Deflation bremsen; China bemüht sich um mehr Auslandsinvestitionen

  • von AXA Investment Managers
  • 02 April 2024 (3 Minuten Lesezeit)

    Rechtliche Hinweise

    Die Informationen dieser Internetseite richten sich an Anleger mit Sitz in der Schweiz.

    Für die unberechtigte Nutzung der Internetseite übernimmt AXA Investment Managers Schweiz AG (AXA IM) keine Haftung.

    Diese Webseite dient ausschliesslich Werbe- und Informationszwecken. Die publizierten Informationen und Meinungsäusserungen werden ausschliesslich zum persönlichen Gebrauch bereitgestellt. Die in diesem Dokument von AXA IM zur Verfügung gestellten Informationen, Daten, Zahlen, Meinungen, Aussagen, Analysen, Prognose- und Simulationsdarstellungen, Konzepte sowie sonstigen Angaben beruhen auf unserem Sach- und Kenntnisstand zum Zeitpunkt der Erstellung und können jederzeit und ohne vorherige Ankündigung geändert werden.

    AXA Investment Managers Schweiz AG übernimmt keine Gewährleistung (weder ausdrücklich noch stillschweigend) für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der publizierten Informationen und Meinungsäusserungen. AXA Investment Managers Schweiz AG ist insbesondere nicht verpflichtet, nicht mehr aktuelle Informationen zu entfernen bzw. diese ausdrücklich als solche zu kennzeichnen. Soweit die in diesem Dokument enthaltenen Daten von Dritten stammen, übernimmt AXA IM für die Richtigkeit, Vollständigkeit, Aktualität und Angemessenheit dieser Daten keine Gewähr, auch wenn nur solche Daten verwendet werden, die als zuverlässig erachtet werden.

    Die Angaben auf der Internetseite der AXA Investment Managers Schweiz AG stellen weder Entscheidungshilfen für wirtschaftliche, rechtliche, steuerliche oder andere Beratungsfragen dar, noch dürfen allein aufgrund dieser Angaben Anlage- oder sonstige Entscheidungen gefällt werden.  Vor jeder Investitionsentscheidung sollte eine ausführliche und an der Kundensituation ausgerichtete Beratung erfolgen.

    Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr und ist kein Indikator für zukünftige Anlageergebnisse und/oder die zukünftige Wertentwicklung oder Rendite einer Anlage. Wert und Rendite einer Anlage können steigen oder fallen und werden nicht garantiert.

    AXA Investment Managers Schweiz AG