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Wöchentlicher Marktkommentar (Take 2)

EZB erhöht Leitzins erneut, US-Wirtschaftswachstum legt wieder zu

  • 31 Oktober 2022 (5 Minuten Lesezeit)

Alles Wichtige auf einen Blick

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre Zinssätze den zweiten Monat in Folge um 75 Basispunkte angehoben. Damit beträgt der Einlagenzinssatz nun 1,5% und ist damit so hoch wie zuletzt 2009. Dieser Schritt zeigt die anhaltenden Bemühungen der EZB zur Eindämmung der Inflation, die im September mit 9,9% im Jahresvergleich auf ein Rekordhoch gestiegen war. EZB-Präsidentin Christine Lagarde warnte zugleich vor einer drohenden Rezession im Euroraum, was an den Märkten als Signal für künftig weniger starke Zinserhöhungen gewertet wurde. Darüber hinaus begannen die Währungshüter mit dem Abbau der 8,8 Bio. Euro schweren EZB-Bilanz und senkten dazu die massgebliche Liquiditätsfazilität für Geschäftsbanken. Die kanadische Notenbank erhöhte unterdessen ihren Leitzins um 50 Bp. auf 3,75%, während die Bank of Japan ihren lockeren Kurs beibehielt und ihren Leitzins bei -0,1 % beliess.

Nachrichten aus aller Welt

Das Wachstum der US-Wirtschaft im 3. Quartal hat mit 2,6% p.a. die Erwartungen übertroffen und sich kräftig vom BIP-Rückgang um 0,6% im 2. Quartal erholt. Nachdem die Wirtschaftsleistung bereits im Vorquartal um 1,6% geschrumpft war, hatte das Ergebnis für das 2. Quartal Spekulationen über eine mögliche Rezession der USA ausgelöst. Hintergrund des Aufschwungs im Zeitraum von Juli bis September ist ein rückläufiges Handelsbilanzdefizit. Der private Konsum ging von 2% im Vormonat auf 1,4 % zurück. Hier dürften die deutlichen Zinserhöhungen eine Rolle gespielt haben, mit der die US-Notenbank Fed den Preisanstieg zu bremsen versucht. Auch für diese Woche wird mit einer starken Leitzinsanhebung gerechnet.

Zahl im Fokus: 3,9%

Das chinesische Wirtschaftswachstum hat sich deutlich von 0,4% p.a. im 2. Quartal auf 3,9% p.a. im 3. Quartal beschleunigt und damit die Marktprognosen übertroffen. Neben starken Produktionszahlen im Fertigungssektor ging dieser Erholung auch eine Reihe an Konjunkturmassnahmen der chinesischen Regierung voraus. Andere Erhebungen zeichneten mit einem nachlassenden Exportwachstum, einer steigenden Arbeitslosigkeit und einem schwächeren Wachstum der Einzelhandelsumsätze indes ein durchwachseneres Bild vom Aufschwung. Auf die Vorstellung der neuen politischen Führungsriege durch Präsident Xi Jinping nach seiner Wiederwahl für eine beispiellose dritte Amtszeit auf dem kommunistischen Parteitag reagierten die Aktienmärkte in Hongkong und Shanghai mit Verlusten.

Wissenswert:

Emissionslücke: Eine Bezeichnung für die Differenz zwischen dem voraussichtlichen Treibhausgasausstoss im Jahr 2030 und dem zur Abwendung der verheerendsten Folgen des Klimawandels anvisierten Emissionsziel. Dem 13. Bericht der Vereinten Nationen zur Emissionslücke zufolge hat sich das für 2030 erwartete Emissionsniveau durch die im Rahmen von COP26 im letzten November in Glasgow abgegebenen Versprechen nur minimal verändert, sodass derzeit „kein glaubhafter Pfad“ für die Erreichung des Ziels erkennbar sei, die Erderwärmung auf +1,5 °C gegenüber vorindustriellen Niveaus zu begrenzen. Zugleich wies die Internationale Energieagentur darauf hin, dass dank der gestiegenen Investitionen in erneuerbare Energien seit dem Einmarsch in die Ukraine die Emissionen womöglich 2025 und damit früher als angenommen ihren Höhepunkt überschreiten könnten. COP27 findet ab dem 6. November in Ägypten statt.

Das bringt die Woche

Gleich mehrere Zentralbanken tagen diese Woche zum Zinsentscheid – zunächst die Reserve Bank of Australia am Dienstag, dann die Fed am Mittwoch und schliesslich die Bank of England am Donnerstag. Im Euroraum erscheinen am Montag eine vorläufige Schätzung des Wirtschaftswachstums im 3. Quartal sowie die Oktober-Inflationsrate. Gesamt-Einkaufsmanagerindizes (PMIs) für China, Indien und die USA im Oktober gibt es am Donnerstag, an dem auch die Euroraum-Arbeitslosenquote im September publik wird. Am Freitag legt der Euroraum seinen Gesamt-PMI vor, während die Märkte mit den Oktober-Arbeitsmarktdaten aus den USA rechnen dürfen.

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