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Fünf Bereiche, die das Metaversum in den nächsten zehn Jahren verändern könnte

  • 07 Februar 2023 (7 Minuten Lesezeit)

Im Überblick:

  • Das Metaversum wird sich weiterentwickeln und zunehmend immersivere Nutzererfahrungen bieten.
  • Unternehmen werden anders arbeiten und sich mit ihren Kunden im Metaversum vernetzen. Davon könnten einige Sektoren wie Gesundheit und Industrie enorm profitieren.
  • Die Unternehmen, die uns all dies ermöglichen, gibt es bereits, und sie bieten Chancen für langfristige Investoren.

Die reale und die digitale Welt wachsen zusammen, und das Metaversum hält Einzug in unseren Alltag.  Mit seiner Fähigkeit, Menschen, Orte und Dinge zu verbinden, spielte es zunächst vor allem in der Gaming-Industrie eine Rolle, mit neuen Spielerfahrungen in virtuellen Welten. Mittlerweile beeinflusst es zunehmend auch, wie wir einkaufen, kommunizieren und arbeiten – und findet in zahlreichen Branchen und Sektoren praktische Anwendung. 

Im Folgenden beschreiben wir vier Bereiche, in denen das Metaversum unser Leben in den nächsten zehn Jahren verändern könnte, und erläutern, was dies für Investoren bedeuten kann.

Immersivere Erfahrungen

Das Metaversum wird sich weiterentwickeln. Durch technologische Innovationen und steigende Verbrauchererwartungen werden die Nutzererfahrungen immersiver, variantenreicher und komplexer. 

Durch mehrschichtige, detailliertere virtuelle Welten könnten wir in Zukunft unseren Alltag teilweise ins Metaversum verlegen. Beispiele sind die Teilnahme an Unternehmensveranstaltungen für Mitarbeiter, die Zusammenarbeit an einem Projekt, einkaufen oder Zeit mit Freunden verbringen. Nach einer einschlägigen Analyse wird ein Viertel von uns täglich mindestens eine Stunde im Metaversum arbeiten, einkaufen, sich weiterbilden oder soziale Medien und Unterhaltungsangebote nutzen.1

Headsets für die virtuelle und erweiterte Realität (VR und AR) werden die immersive Erfahrung verstärken. Der Absatz dieser Headsets soll Prognosen zufolge von 16 Millionen im Jahr 2020 auf fast 90 Millionen im Jahr 2025 steigen.2 Sony plant die Markteinführung eines neuen VR-Headsets für seine PlayStation5 (PS5) im Februar, und Apple will noch in diesem Jahr ein Headset für eine „Mixed Reality“ (VR und AR) herausbringen. Bereits 2024 soll es eine preisgünstigere Version davon geben, sodass diese Geräte auch für die Allgemeinheit interessant werden könnten.3

Andere tragbare Geräte wie vernetzte Sonnenbrillen oder haptische Handschuhe, die ihren Nutzern ermöglichen, Objekte in der virtuellen Realität „anzufassen“, sorgen für eine noch realistischere Erfahrung. Aber für den Zugang zum Metaversum braucht man nicht unbedingt tragbare Geräte. Google Earth ist bereits ein digitaler Zwilling unserer Welt, den man über den PC oder das Smartphone erreicht, und Google Maps führt für einige Städte eine immersive Ansichtsvariante ein, die mit Künstlicher Intelligenz arbeitet. Auch dies ist aus unserer Sicht ein Schritt in Richtung Metaversum.4

Um die virtuelle Realität noch „realer“ zu gestalten, braucht es Beständigkeit, also eine Kontinuität der Erfahrungen. Ein Beispiel: Wenn ein Gamer im Spiel einen Baum fällt, dann ist er wieder da, wenn er sich später andere Spieler einloggen. In einem kontinuierlichen Metaversum dagegen bleibt der Baum gefällt, und andere Spieler, die an den gleichen Ort kommen, finden nur einen Stumpf vor. So entsteht eine realistische Erfahrung, aber das erfordert mehr Investitionen in die Technologie, die notwendig ist, damit dies im grossen Stil funktionieren kann. So entstehen neue Chancen für Investoren.

Viele Plattformen, eine Identität

Das Metaversum ist ein Netzwerk aus Plattformen, und jede von ihnen hat eine eigene virtuelle Welt. Wir gehen davon aus, dass diese Plattformen in den nächsten zehn Jahren interoperabel werden, sodass man problemlos von einer auf die nächste wechseln kann und dabei sowohl seine digitale Identität als auch sein virtuelles Vermögen behält.

Das liegt im Interesse der Entwickler, damit weiterhin ein gesunder Wettbewerb und kein Monopol entsteht, und zugleich im Interesse der Unternehmen, die im Metaversum tätig sind.  Wenn beispielsweise ein Kunde für seinen Avatar Kleidung oder ein Accessoire kauft, will er sie behalten, wenn er auf andere Plattformen wechselt.  Früher oder später könnten einzelne Plattformen nebeneinander bestehen und Nutzern eine übergangslose Erfahrung beispielsweise beim Spielen, Einkaufen, Arbeiten und bei sozialen Kontakten bieten.

Ausserdem gehen wir davon aus, dass die Zahl der Plattformen in den nächsten zehn Jahren steigen wird. Technologieriesen werden weiterhin eine wichtige Rolle spielen, aber das Metaversum dürfte dezentraler werden. Schon heute entwickeln Plattformen wie Decentraland und The Sandbox mithilfe der Blockchain offenere Umgebungen, um den Nutzern mehr Kontrolle zu geben.  Liquidere Investmentchancen finden sich vermutlich eher bei den etablierten Akteuren, aber wir behalten auch kleinere Unternehmen im Auge, die uns interessant erscheinen.

Unternehmen werden anders arbeiten

Viele Unternehmen nutzen schon heute das Metaversum, um sich mit Kunden zu vernetzen. Fast vier Fünftel (79%) der Verbraucher, die hier aktiv sind, haben auch einen Kauf getätigt.5

Unternehmen aus verschiedenen Sektoren wie Technologie, Mode, Medien, Automobilherstellung und Versicherungen arbeiten mit und im Metaversum, um ihren Kunden individuelle, personalisierte Angebote zu unterbreiten. Zugleich bringt das Metaversum neue Werbechancen und Vertriebskanäle für globale Marken mit sich, sodass sich Unternehmen anders einbringen und agieren.

Neben dem Onlinehandel könnten die Industrie und der Gesundheitssektor mit am meisten vom Metaversum profitieren. In der Industrie könnte dies erhebliche Kosten- und Sicherheitsvorteile bedeuten, indem man beispielsweise digitale Zwillinge von Objekten erschafft, die man dann in einem bestimmten Umfeld testet. Auch im Gesundheitsbereich gab es erhebliche Fortschritte, unter anderem durch die Nutzung von VR bei der medizinischen Rehabilitation.

Aus unserer Sicht werden noch weitere Unternehmen die Chance erkennen und Ressourcen bereitstellen, um Nutzungsmöglichkeiten des Metaversums zu entwickeln und dort aktiv zu werden.  Neben den Investitionen könnte auch die Zahl der Fusionen und Übernahmen im Zusammenhang mit dem Metaversum steigen. Auch dies hätte Auswirkungen für Investoren.

Mehr digitale Zahlungen

Da wir immer mehr Zeit im Metaversum verbringen, werden wir dort auch mehr Geld ausgeben. Schon heute können Nutzer digitale Gegenstände erstellen, kaufen, verkaufen und handeln: Non-fungible Tokens (NFTs). Einfach gesagt sind NFTs Eigentumszertifikate für Objekte im Metaversum. Das kann ein Kleidungsstück für einen Avatar sein, ein digitales Kunstwerk oder das Land, auf dem ein virtuelles Eigenheim steht.

Bezahlt wird mit Kryptowährungen oder mit gängigeren digitalen Zahlungsmitteln. Vom Wachstum des Metaversums könnten beispielsweise Kreditkartenunternehmen oder Digital-Wallet- und Zahlungsanbieter wie Visa, Mastercard oder PayPal profitieren. Zudem könnten Finanztechnologieunternehmen (FinTechs) neue Technologien entwickeln, um Transaktionen im Metaversum zu ermöglichen. Ein Beispiel ist Coinbase, eine Handelsplattform für Kryptowährungen, die kürzlich einen Onlinehandel für NFTs eingeführt hat.6 Darüber hinaus werden die Themen Sicherheit, Datenschutz und Cybersicherheit im Zusammenhang mit digitalen Zahlungen und auch für das Metaversum insgesamt immer relevanter.  Dadurch könnten Chancen für FinTech-Anleger entstehen.

Schärfere Regulierungen und mehr Kontrollen

Der Schutz anfälliger Personengruppen wie Kinder ist schon jetzt enorm wichtig, und wir gehen davon aus, dass dieses Thema noch stärker in den Mittelpunkt rücken wird. Wir erwarten schärfere Regulierungen und Governance-Richtlinien, wenn das Metaversum noch stärker genutzt wird. Ausserdem dürften auch die Themen Zugang und Inklusion in diesem Zusammenhang mehr Berücksichtigung finden, damit ein Metaversum mit Chancengleichheit entsteht und die digitale Lücke nicht noch grösser wird, zumal Studien zufolge bereits jetzt Frauen in Führungspositionen im Metaversum unterrepräsentiert sind.7 Wir halten dies für einen äusserst wichtigen Punkt für verantwortungsbewusste Investoren, die bei entsprechenden Anlagen einen aktiven Ansatz verfolgen müssen. 

Auch Datenschutz und Cybersicherheit dürften in den nächsten Jahren an Bedeutung gewinnen, ebenso wie beispielsweise geistige Eigentumsrechte, Eigentumsrechte an digitalen Objekten und der Verbraucherschutz. Auch hier entstehen Chancen für Investoren. 

Jetzt in die Grundlagen investieren

Wir sind überzeugt, dass das Metaversum eine der wichtigsten technologischen Entwicklungen unseres Jahrhunderts sein könnte. Nach einer Analyse von McKinsey könnte es bis 2030 Werte in Höhe von bis zu 5 Billionen US-Dollar8 generieren. Wir wissen aber, dass wir von der Vision einer vollkommen immersiven Welt noch weit entfernt sind.

Aber die Unternehmen, die die Grundlagen für diese immersive Virtualität bilden, gibt es bereits. Zu ihnen zählen einige der grössten Akteure im Technologie- und in anderen Sektoren sowie Start-ups und kleinere Unternehmen. Das Metaversum mag virtuell sein, bietet aber aus unserer Sicht sehr reale Investmentchancen.

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