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Wöchentlicher Marktkommentar (Take 2)

Aussicht auf weitere Fed-Zinserhöhungen, China stützt seine Konjunktur mit Zinssenkungen

  • 22 August 2022 (5 Minuten Lesezeit)

Alles Wichtige auf einen Blick

Wie aus dem Protokoll ihrer jüngsten Sitzung hervorgeht, wird die Federal Reserve zur Eindämmung der Inflation die Leitzinsen weiter anheben, signalisiert mit Blick auf die konjunkturellen Auswirkungen jedoch ein womöglich langsameres Tempo. Nach Aussage der US-Notenbank wird es wahrscheinlich „irgendwann angebracht sein, das Tempo der Leitzinserhöhungen zu verlangsamen“, den Zins dann aber für geraume Zeit auf einem „ausreichend restriktiven“ Niveau zu halten. Unterdessen hat US-Präsident Joe Biden ein neues, 700 Mrd. US-Dollar umfassendes Gesetzespaket zur Bekämpfung des Klimawandels und zur Senkung der Gesundheitskosten unterzeichnet. Auch wenn dieses Paket nicht das ursprünglich vorgesehene Volumen von 3,5 Bio. US-Dollar erreicht, ist es die größte Investition in Klimaschutzmaßnahmen auf US-Bundesebene.

Nachrichten aus aller Welt

Die chinesische Zentralbank hat ihre Zinssätze für einjährige Kreditfazilitäten und kurzfristige Reverse-Repo-Geschäfte um jeweils 10 Basispunkte auf 2,75% und 2% gesenkt. Mit diesem für die Märkte überraschenden Schritt reagierte die Notenbank auf den Konjunkturabschwung aufgrund der wiederholten Corona-Lockdowns, die Immobilienkrise und das schleppende Kreditwachstum. Im Juli stieg die chinesische Industrieproduktion um nur 3,8%; bei den Einzelhandelsumsätzen betrug der Zuwachs gegenüber dem Vorjahr 2,7%. Damit wurden die Prognosen verfehlt und der Juni-Zuwachs leicht unterschritten. Erstmals seit sieben Jahren dürfte die chinesische Wirtschaft ihr jährliches Wachstumsziel von 5,5% in diesem Jahr nicht erreichen.

Zahl im Fokus: 0,6%

Die Euroraumwirtschaft ist von April bis Juni gegenüber dem Vorquartal um 0,6% gewachsen – etwas weniger als die zuvor geschätzten 0,7%, aber mehr als die im 1. Quartal gemessenen 0,5%. Allerdings war die Euroraum-Inflationsrate im Juli mit 8,9% höher als im Juni (8,6%). Weil Inflation und Energieknappheit die Konjunktur bremsen, rechnen viele Ökonomen mit einer Eintrübung des Ausblicks für die Währungsunion in der zweiten Jahreshälfte. Unterdessen beschleunigte sich die Inflation in Großbritannien im Juli auf 10,1%, den höchsten Wert seit 1982. In Kanada ging die Teuerung von 8,1% im Juni auf jetzt 7,6% zurück, weil die Benzinpreise weniger stark gestiegen sind.

Wissenswertes:

UN-Hochseeschutzabkommen: Ein Abkommen der Vereinten Nationen (UN), das auf den Schutz der Weltmeere und die Umkehrung des Biodiversitätsverlusts abzielt und hierzu ein Netz aus Meeresschutzgebieten ausweisen will. Diese grenzüberschreitenden Gebiete würden einem rechtsverbindlichen Regelwerk unterliegen, um Meereslebewesen vor möglicherweise schädlichen kommerziellen Aktivitäten wie dem Tiefseebergbau zu schützen – und landumschlossenen Staaten und Schwellenländern einen gleichberechtigten Zugang zu Meeresressourcen sichern. Nach zehnjährigen Verhandlungen begann letzte Woche die finale fünfte Sitzungsrunde, mit der das Abkommen zwischen den UN-Mitgliedstaaten zum Abschluss gebracht werden soll.

Das bringt die Woche

Kanadas Preisindex für Wohnneubauten wird am Montag veröffentlicht. Am Dienstag werden vorläufige Schätzungen der Einkaufsmanagerindizes (PMIs) für Australien, Japan, den Euroraum, Großbritannien und die USA vorgestellt. Am Mittwoch folgt der MBA-Hypothekenmarktindex für die USA. Eine endgültige Schätzung des deutschen BIP-Wachstums im 2. Quartal sowie der vielbeachtete ifo-Geschäftsklimaindex werden für Donnerstag erwartet. Ebenfalls am Donnerstag wird eine zweite Schätzung des US-BIP-Wachstums im 2. Quartal bekanntgegeben, und in Jackson Hole fällt der Startschuss für das alljährliche Wirtschaftssymposium.

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